Durchfahrtsverbot und Rückstau bringen Häfler Einzelhändler in Existenznöte

Stadtforum Friedrichshafen plädiert für eine Lösung mit Augenmaß für die Friedrichstraße

Am 21. Juni steht im Gemeinderat Friedrichshafen die Entscheidung über die Umgestaltung der Friedrichstraße an. Das Stadtforum fürchtet bei der Variante mit Durchfahrtsverbot, dass die Kunden der Innenstadt wegen Verkehrschaos und Stau im Umfeld den Rücken kehren.

Um zwei Varianten der Neuorganisation der Friedrichstraße dreht sich die Diskussion im Häfler Gemeinderat: Verkehrsberuhigung oder zusätzlich ein Durchfahrtsverbot. Klar ist bei beiden Modellen, dass Fussgänger und Radfahrer mehr und jeweils einen klarer zugeordneten Platz bekommen und dass die Innenstadt weiterhin auch mit dem Auto erreichbar bleibt. Das Stadtforum unterstützt, dass die Friedrichsstraße in einen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich umgewandelt wird, trägt ein Tempolimit von 20 km/h mit und erwartet sich von diesen Veränderungen, dass reiner Durchgangsverkehr ferngehalten und die Aufenthaltsqualität verbessert wird. Ein komplettes Durchfahrtsverbot, gleich nach der Eröffnung der Umgehung B31neu, sehen die Einzelhändler im Stadtforum jedoch als sehr kritisch an.

Das von der Verwaltung beauftragte Ingenieurbüro Bernhard prognostiziert im Falle einer Durchfahrtssperre erhebliche Rückstaus und lange Wartezeiten an verschiedenen innerstädtischen Kreuzungen. Die Händler blicken nach schlechten Erfahrungen mit vergangenen Baumaßnahmen im Bereich der Friedrichstraße daher sorgenvoll auf ein Durchfahrtsverbot. Denn derartige Verkehrsbehinderungen machten sich erfahrungsgemäß mit bis zu 20%igen Umsatzrückgängen im Einzelhandel bemerkbar. Solche Einbußen kann der ohnehin durch Corona angeschlagene Handel nicht zusätzlich verkraften. Spielraum für Experimente und folgenreiche Schnellschüsse ist aktuell einfach nicht vorhanden.

„Das Stadtforum appelliert daher an die Gemeinderäte, sich jetzt für eine Verkehrsberuhigung mit Augenmaß einzusetzen und unbedingt erst die Auswirkungen der B31neu auf den Durchgangsverkehr abzuwarten, bevor man die Friedrichstraße blockiert und damit den Ruf von Friedrichshafen als „Staustadt“ befördert“ betont Dr. Martin Ruf als Erster Vorsitzender des Stadtforums.

Sollte sich der reine Durchgangsverkehr in der Friedrichstraße in Zukunft trotz B31neu und Verkehrsberuhigung nicht wirklich reduzieren, ist das Stadtforum durchaus offen für eine Diskussion zum Durchfahrtsverbot, das jedoch die Kreuzungsbereiche im Umfeld im Blick haben sollte, um Verkehrsbehinderungen zu vermeiden.

 

Über das Stadtforum:

Das Stadtforum vereint Mitglieder aus den Bereichen Handel und Dienstleistung, sowie Tourismus, Handwerk, Sport oder Bildung und repräsentiert durch seine Verbandsmitglieder über 300 Unternehmen und zahlreiche gesellschaftlichen Gruppen in der Stadt. Das Stadtforum Friedrichshafen hat das Ziel die Entwicklung der Stadt Friedrichshafen zu fördern. Insbesondere soll langfristig die Anziehungskraft und die zentrale Bedeutung der Messe- und Zeppelinstadt als Ort des Einkaufens, der Kultur, des Tourismus und der Freizeit sowie der Bildung gesteigert werden. Hauptaufgabe des Stadtforums Friedrichshafen ist es, einen Beitrag zur qualitätsvollen Stadtentwicklung mit ihren verschiedensten Facetten zu leisten. Der Verein strebt hierzu eine enge Zusammenarbeit mit allen Akteuren an, die gleiche oder ähnliche Aufgaben wahrnehmen oder unterstützen. Im Interesse der Zielsetzung werden gemeinsame Aktivitäten koordiniert und gefördert. Darüber hinaus werden zur Wahrnehmung der Ziele eigene Maßnahmen beschlossen und durchgeführt. Des Weiteren werden Projektgruppen eingerichtet zur fachspezifischen oder thematischen Arbeit, bei der auch Nicht-Mitglieder mitwirken können.